Dienstag, 17. April 2012

Manipulation

Meine Grundthese: Menschen sind in ihrem unterbewussten animalischen Gruppenverhalten ständig bedacht zu manipulieren. Um etwas vorweg zu greifen, dieses Wort ist schwer neutral sachlich zu definieren, weil Emotionen viel zu stark mit spielen. Die Fratze der Angst lacht jeden an, wenn er an das Wort denkt, weil man selbst nicht manipuliert werden will. Wir manipulieren täglich, jeder für sich und mit seinen Mitteln. Gruppenverhalten legt immer eine Hierarchieebene fest, die man schnell daran erkennen kann wer agiert. Die Alphas (Führer) sind die Agierer der Gruppe, die Betas (Experten) sind die Reagierer und die Gammas (Einfaches Mitglied) die Akzeptierer. Der tägliche Irrsinn der Kommunikation verdrängt ständig, dass:

  • Definitionen mit Emotionen belastet sind
  • unterschiedliche Weltbilder existieren
  • die gleiche Sprache nicht die gleiche Realität bedeutet
  • tagesabhängige Stimmungslagen Sichtweisen verändern
  • wir mit unseren Standpunkten versuchen zu beeinflussen (manipulieren)
  • Überzeugungen keine Argumente sondern Dominanzverhalten sind

Jeder von uns Affen mit Technologie versucht den passenden Ast auf dem Baum der Gruppendynamik zu erreichen. Das tun wir mit Hilfe von Körpersprache: Auftreten, Mimik und Gestik; mit Ausstrahlung: Charisma, Dominanz, Subdominanz, Erfahrung, Unsicherheit, ...; mit der Modulation: Aussprache, Betonung, Timbre, Rhetorik ... ; und zum Schluss entscheidet sogar der Inhalt noch ein wenig mit: Fakten, Eloquenz, Schlussfolgerungen, Argumente, Beispiele, ...

Manipulieren unterscheidet sich nur in einem Punkt vom Überzeugen: Man kann jemanden manipulieren eine Überzeugung an zu nehmen, ohne sie selbst zu haben. Wer jemanden überzeugen möchte ist selbst auch davon überzeugt.

Weitere Annahme: Die Mehrheit der Menschen rechtfertigen Ihr verhalten als Gut und ist davon überzeugt, richtig zu handeln. 

Wenn ich nun aus Überzeugung heraus meinen Standpunkt verbreite, meine Gedanken in ein anderes Gedankensystem übertrage, manipuliere (verändere) ich die Grundhaltung meines Gegenübers.


Viel zu theoretisch - Praktisches Beispiel: 

Eine Frau ist finanziell nicht in der Lage ein Kind aufzuziehen. Sie wuchs selbst im Heim als Waise auf und möchte dieses Schicksal nicht dem Kind anlasten. Sie entscheidet sich nach langem Überlegen für eine Abtreibung. Sie ist davon überzeugt, dass es das Beste ist. (Sie selbst handelt als Guter Mensch) - ihr guter Freund, der selbst katholischer Pfarrer ist, ist der festen Überzeugung, dies sei Mord und die Frau begehe ein Verbrechen. (Er selbst handelt nun ebenfalls aus seiner Überzeugung richtig) Nun beginnt er ihr seine Überzeugung nahe zu legen, Sachlich mit dem Argument des Mordes und Emotional mit der Annahme des Fegefeuers. Die Frau lässt sich überzeugen | manipulieren und trägt das Kind aus, welches nun unter den Bedingungen im Heim aufwächst, die sie selbst als die Hölle empfand.

Die Überzeugung bildet eine gigantische Schnittmenge mit der Manipulation, sie nutzt die selben Methoden. Jedoch möchte ich zur reinen Manipulation ein weiteres Beispiel zur Unterscheidung geben:

Ein Verkäufer bekommt eine große Provision beim Verkauf eines bestimmten Laptops. Er selbst ist von dem Produkt nicht im geringsten überzeugt. Um es genau zu sagen hält er es für Schrott. Jedoch lockt die Provision so sehr, dass er den Überzeugten spielt. (Er rechtfertigt sein Verhalten als Gut, durch den Gewinn für die Firma) - Ein Kunde der selbst von der Materie keine Ahnung hat betritt das Geschäft. Er braucht unbedingt einen Laptop für die Uni. Die zwei begegnen sich und schnell ist dem Verkäufer klar, er ist der Überlegene. Nun umwirbt er den Laptop mit allen Mitteln der Manipulation. Er bedient sich sogar der Lüge und sagt, er würde selbst so einen benutzen. Die gespielte Überzeugung des Verkäufers, überzeugt den Käufer und er kauft nun voller Stolz sein Gerät. (In dem Glauben etwas Gutes zu tun, weil er sich hat "beraten" lassen)

Sobald wir ein Gespräch beginnen mit einer Person mit der wir keine vorher festgelegten Rollenverhältnisse (unterbewusst) geschaffen haben, versuchen wir mit Hilfe der Manipulation (unterbewusst) eine höhere oder niedrigere Rangstufe zu erreichen. Es wird immer davon ausgegangen, dass wir TechAffen alle den höchsten Ast erreichen wollen. Ganz viele subdominante Menschen ordnen sich gerade zu bereitwillig den dominanten unter. Dies geschieht (unterbewusst) auch mit einer bestimmten Absicht. Für sie ist der passende Ast ein sehr niedriger. Dies hat verschiedene Vorteile:

  • Man braucht keine Entscheidungen zu treffen.
  • Wenn der Befehl von Oben eine Fehlentscheidung war, fühlt man sich nicht selbst verantwortlich.
  • Es wird einem viel Arbeit abgenommen in dem Glauben man sei schwach und/oder inkompetent.
  • Man lebt ohne den Neid der Anderen.
  • Die Anderen schenken einem viel mehr Mitleid (oft falsch verstanden als Aufmerksamkeit), wenn man das schwächste Glied der Kette ist. 
  • Das Denken wird erleichtert, da man die Welt in Gut (was die Führung als Gut bezeichnet) und Böse (der Feind / Konkurrent / Hindernis der Obrigkeit) unterteilt.
  • Man spart Energie, weil man keine Rangkämpfe zu absolvieren hat.

Aus diesen Gründen lassen sich so viele Menschen bereitwillig führen und akzeptieren ungeprüft die Vorlage für Gut&Böse. Die Gründe hingegen auf die Spitze der Baumkrone zu klettern sind:

  • Obrigkeitsdenken - man ist mehr Wert als andere. 
  • Herrschaftsanspruch - die eigene Meinung ist die einzig Richtige.
  • Drang zum Agieren - Spontanität und Wille zum Handeln
  • An der Spitze bekommt man die größten Stücke der Kokosnuss.
  • Man definiert sich selbst als Gut und alle Hindernisse als Böse.
  • Der Neid der Anderen wird als Ansporn erlebt.
  • Die Verantwortung der Anderen ist wie, wenn man ihr Päckchen trägt. - Man selbst kann ohne die zusätzlichen Gewichte mit trainierten Beinen laufen, die Unterordnenden wurden durch den Mangel an Training zu schwach um die Bürde der Verantwortung wieder tragen zu können. 

Nun zu den Mitteln der Manipulation an sich. Der wichtigste Schritt um zu erkennen wann und in was man manipuliert wird, ist die Eingeständnis, dass man manipuliert werden kann. Der nächste Schritt liegt darin, herauszufinden in welchen Punkten man am leichtesten beeinflussbar ist und wie sich das auf das eigene Verhalten auswirkt. Viele beschäftigen sich mit den Techniken der Manipulation. Diese zu kennen ist gut, jedoch kein Schutz ohne die eigenen Schwachpunkte zu kennen. Der größte Fehler ist der, anzunehmen man habe keine. 

Mittel der Manipulation:

  • Überzeugen durch stärkeres Auftreten gänzlich ohne Inhalt (rein durch Hierarchie) - oft durch leere Worthülsen, unverständliche Fachsprache oder Verallgemeinerungen generiert. 
  • Menschen die Kontra eingestellt sind, ein Gegenbild aufzeigen und einen Feind verdeutlichen gegen den sie kämpfen
  • Pro-eingestellten Menschen, eine Illusion malen auf die sie hinarbeiten (je nach Verlangen: Status, Rente, Materielles, ...)
  • Überzeugungen spielen um andere Menschen mit der eigenen gespielten Überzeugung zu echten Überzeugten zu manipulieren
  • Die Lüge in verschiedensten Formen und Variationen (als "Notlüge", wie als dreiste Lüge, genauso wie das bloße weg lassen von Informationen)
  • Ausüben von Zwängen: Emotional unter Druck setzen, Körperliche Gewalt(androhung), Notlagen schaffen um die Situation an sich so darzustellen als ob ein Zwang besteht, Ängste auslösen, ...
  • Das völlige wegnehmen von Zwängen positiver Art: Das Gefühl geben die Aufgaben des Manipulierten haben keinen zwingenden Grund und die Welt lebt auch ohne sie... 
  • Konditionierung - die Wasserstoffbombe im Arsenal der Manipulation. Es wird ein bestimmtes Verhalten ständig belohnt oder bestraft und man schafft dadurch ein festgefahrenes Muster, dass von den Manipulierten selbst selten als solches erkannt wird.    


Mich interessiert brennend wie lange sich die Evolution Zeit lässt, bis die Menschen in Gruppen ein gleichberechtigtes Verhalten vor Hierarchien vorziehen.

Montag, 16. April 2012

Land Grabbing

Der wichtigste Beruf ist verspottet. Der Beruf der uns alle satt macht wurde bereits zur Beleidigung?! Es ist noch gar nicht lange her da sagte jemand zu mir in einem Streit: "Du Bauer!"
Sind wir jetzt komplett irre geworden? Was glauben wir, wie das Essen produziert wird... wahrscheinlich wird es einfach in den Supermarkt gebeamt, so wie der Strom, der kommt ja auch einfach aus der Steckdose.

Luxus verroht und macht gieriger auf noch mehr. Es wird das Schicksal anderer leicht ignoriert, wenn es zum eigenen Vorteil passt. So wie sich viele vom eigenen Statusdenken her einem Bauern überlegen fühlen, betrachten sie auch Menschen der sogenannten "dritten Welt" ähnlich herablassend. Während wir die letzten verbliebenen Ackerflächen durch EU Beschlüsse als Brachland nutzen um Geld zu verdienen, wird eben kräftig in kapitalschwachen Ländern eingekauft.

Es kommt wie immer nur auf die Story an. Es wird eine Geschichte erfunden um den verwesten stinkenden Braten schmackhaft zu machen. Das Märchen von den geschaffenen Arbeitsplätzen. Schließlich würden die Bauern in Afrika nun viel mehr anbauen. Die Realität klatscht einem die Ohrfeige für diese dreiste Lüge ins Gesicht. Was dort zum Großteil angebaut wird ist nutzlos für die Ernährung der Bevölkerung, nämlich Palmölplantagen die für E10 "Biosprit" genutzt werden. Die Lebensmittel werden ausschließlich zur Ernährung Europas angebaut, da sie für die Menschen vor Ort unbezahlbar sind. Für uns werden sie subventioniert damit wir nicht einmal mehr die Transportkosten im Geldbeutel spüren.

Wer kauft nun am meisten Land, in diesem Neo-Kolonial-Planspiel für Raffgierige und Völkermörder? Regierungen, Investmentfonds, Großkonzerne, Banken... die üblichen Verdächtigen eben. Aber was ist der Sinn dahinter? Man dezimiert die Bevölkerung in Afrika: Was eine der perfidesten Maßnahmen gegen Einwanderung nach Frontex darstellt. Außerdem ist es aus Sicht der Banker einfach eine fette "cash-cow" die gemolken werden muss. Schließlich ist es die nächste Blase...

Den einheimischen Bauern wird das Leben damit auch noch zusätzlich erschwert, da die subventionierten Lebensmittel aus "Drittweltländern", wieder günstiger sind, wie die heimisch angebauten. Damit sorgt man, dass die Bauern von ihrem Grund verschwinden, den man bebauen kann, damit die Welt outgesourcet wird. Im Vergleich zu China, USA und Russland ist Europa nur der irrsinnigste Spieler. Während die anderen stark auf ihren eigenen Agraranbau setzen, will die EU am liebsten komplett fremd anbauen. Das liegt wahrscheinlich an der Geschichte der Kolonialländer. Das Gedankengut bleibt auch noch nach der Sklaverei erhalten.

Wobei ich den Unterschied nicht ganz sehe. Es ist subtiler, die Sklaven werden nicht mehr misshandelt. Früher wurde geschlagen, gequält, vergewaltigt... dafür waren die Sklaventreiber so "gnädig", wenigstens Nahrung und Unterkunft bereit zu stellen. Heute muss doppelt und dreifach so viel gearbeitet werden, damit man sich Nahrung und Unterkunft überhaupt leisten kann. Die Sklaventreiber von heute vergewaltigen die Frauen indem sie sie dazu nötigen sich zu prostituieren. Die modernen Großgrundbesitzer schlagen und quälen Alte, Schwache, Kinder... durch unmenschliche Arbeitsbedingungen in denen das "Humankapital" verheizt wird.

Wir unterstützen den Mist indem die Klappe gehalten wird und man sich als Retter der Umwelt fühlt, weil man Biosprit in seinen 220 PS Boliden füllt. Die Uhr kann man schwer zurückdrehen, aber es wird notwendig die breite Öffentlichkeit darüber aufzuklären. Es findet eine Demo statt vor dem Gebäude der deutschen Bank in Bremen. (17.04. 16:30 Uhr bis 18.04. 16:30 Uhr)

Lösungen gibt es zur genüge:

  • Das Land als Privatperson kaufen (noch besser im Kollektiv) und es von Einheimischen für Einheimische anbauen lassen. Daran kann man sich gerne beteiligen. Es ist keine Schande Geld zu verdienen, solange man der Bevölkerung vor Ort durch ökologische Anbaumethoden und genetisch unverändertes Saatgut nutzt. Je effektiver angebaut und je effizienter die Kosten für den Endpreis gesenkt werden, desto eher können es sich die Menschen vor Ort leisten. 
  • Bauern im eigenen Land unterstützen. Es gibt mittlerweile viele Bauern die einen Futterkorb zusammenstellen. Den kann man sich wöchentlich liefern lassen mit frischem Obst, Gemüse, Eiern und manche haben sogar selbst hergestelltes Müsli. 
  • Keine Investmentfonds kaufen in denen mit Anbau und Brachland die Dividende gesteigert wird. 
  • Fairtrade Produkte kaufen: Schokolade, Tee, Kaffee und Gewürze werden unter Fairtrade Flagge zu Preisen in Übersee gekauft, von denen die Hersteller auch Leben können. 


Wenn ihr weitere Lösungen habt, bitte in die Kommentare Posten. 


Sonntag, 15. April 2012

Namenlose Schlacht

Es wurde eine neue Form der Gemeinschaft geschaffen: Ohne feste Ziele oder gemeinsam erarbeiteten Richtlinien. Offen für jegliche radikale Meinung und ein Topf auf den fast jeder Deckel passt. Occupy, Anonymous, die Piratenpartei... ich sympathisiere mit Ihnen allen, vom Grundgedanken her, jedoch wird mir so langsam mulmig, dass sich immer noch kein deutlicher Konsens kristallisiert. Am schwierigsten wird das für Anonymous. Es ist ein genialer Schachzug auf der einen Seite, sich keine feste Grenze zu stecken. Weil es jeder sein könnte. Damit bietet man kein festes Angriffsziel. Die Kehrseite der Medaille sind die Möglichkeiten für: Exhibitionisten, Scriptkiddies, böswillige Menschen, Geheimdienste, Regierungen und alle die sich einen Vorteil davon erhoffen jemanden "anonym" anzugreifen und hinterher ein Bekennervideo mit Guy Fawkes Maske und Computer Sprachausgabe auf Anonymous zu münzen. Solange es keine wirkliche Agenda gibt, an der jeder Idiot sieht, das ist von Anonymous und das ist definitiv ein Trittbrettfahrer, wird es Menschen geben die dies für ihre Zwecke missbrauchen.

Occupy unterliegt den gleichen Problemen. Die Einigungen sind nicht voran geschritten und es wird demonstriert mit der Masse, aber viele für sich allein. Solange es kein konkretes Konzept gibt, für Lösungen, für konkrete Zielsetzungen und für Maßnahmen sind und bleiben es hellleuchtende Strohfeuer in der Nacht. Die Menschen müssen doch wissen für was sie kämpfen, welche Ziele sie sich gemeinsam stecken und welche Richtlinien auf dem Weg zum Ziel gelten.

Die Piratenpartei mag einen Grundtenor Datenschutz haben, der ist 100% notwendig in unserer Zeit, macht aber noch kein regierungsfähiges Konzept aus. Natürlich liegt genau in diesem Thema der große Missstand in unserer Zeit, nur Datenschutz hat wenig zu tun mit Bildung, Forschung, Gesundheit, Arbeit, Aussenpolitik und all den vielen unangenehmen Themen die so viel Streitpotential haben. Ich wäre begeistert, wenn ich sehen würde wie eine eindeutige Richtung eingeschlagen wird und das Piratenschiff auf Kurs geht. Solange die Navigation fehlt, dreht man sich mit dem Wind nach Steuerbord und Backbord... die Möglichkeit eine junge Politik zu machen und diese elende Zweiparteien-"Demokratie" aus dem Ruder zu werfen, sollten sie nutzen, solange der Wind in ihre Segel bläst.

Aber auch dann sind die Piraten noch nicht sicher gegen plötzlichen Kurswechsel. Denn welche Politik wirklich gemacht wird wenn man an der Regierung ist, sieht man erst wenn die einzelnen Personen an der Macht sind. Da hilft dann nur noch der eigene festgeschriebene Kodex, der sollte mit den Zielen der Partei übereinstimmen oder man sollte die Größe haben, die Masse mit Argumenten zu überzeugen oder das Schiff zu wechseln...

Schließlich haben die Grünen auch dem Krieg im Kosovo und dem Afghanistan Krieg zugestimmt obwohl es komplett von der gemachten Agenda abweicht. Da kann man dann nicht von Einzelfall-Entscheidungen reden, es ist schlicht und ergreifend die Wähler an der Nase herum geführt, die eine Partei mit dem Versprechen des Atomausstiegs und dem Pazifismus wählten. Davor sollte man nicht nur auf der Hut sein, sondern auch davon ausgehen, dass die Wähler der heutigen Generation eine längere Gedächtnisspanne haben. Die Alzheimer Wähler sterben aus, denen ihre Zeitungen mit den Versprechen von Gestern sind schon lange recycelt wenn die heutige Generation die Versprechen noch lange googlen kann...



Die Richtung vorzugeben hat nur so viele Nachteile, dass eine Aufschieberitis ensteht wie beim Zahnarzttermin. Die unliebsamen Folgen sind: Kritik, Gegner, Gegenargumente, notwendige Standhaftigkeit oder offensichtlicher Opportunismus.

Letzen Endes verkauft sich sowieso kein noch so harter Fakt ohne eine Story drum herum. Es sind die Geschichtenerzähler, die Meinungen erzeugen und Nachrichten objektiv wirken lassen in Ihrem wackligen subjektiven Gerüst aus Ansichtssache, Erziehung, Konditionierung und Gruppendynamik. Es werden immer Emotionen geschürt, selbst bei den trockensten Themen, den der Mensch interessiert sich am meisten für Geschichten von Menschen, mit Drama, Gut&Böse plus eindeutige Rollenverteilungen. Denn Schwarz&Weiss-Denken ist nicht nur von der Schule antrainiert, sondern auch so viel einfacher als reflektiertes - themenbezogenes - Denken.

Bitte bildet ein Komitee mit richtungsweisenden Vorschlägen, die von allen Beteiligten abgestimmt und umgesetzt werden. Kritik ist gut und notwendig zum Wachstum, aber in den Kernpunkten sollte man sich einig sein. Sonst stellt man irgendwann erschreckend fest, dass die getroffenen Entscheidungen nichts mit den eigenen Erwartungen zu tun haben.

Samstag, 14. April 2012

Ziviler Widerstand

...in Spanien sollen Demonstrationen verboten werden und sogar das Aufrufen oder gutheißen eines Protests mit zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft werden...|...in Deutschland soll den Abgeordneten eine Fraktions-abweichende Meinung verboten werden...|...Griechenland plant erste "offene Empfangszentren" bzw. KZ's...|...es werden friedliche Demonstranten von der Polizei in New York gewaltsam am Protest gehindert...|...trotz Verbots des Bundesverfassungsgerichts drängt Merkel, wegen drohendem Mahnschreiben aus Brüssel, auf die "Endlösung" des Datenschutzrechts...  

Irgendwie hab ich noch ein paar Leute im Ohr, die lautstark die Generation des II. Weltkriegs als Mitläufer bezeichneten. "Die alle freiwillig in den Krieg gerannt sind und nicht sahen was für Gräuel um sie herum geschahen. Die nichts unternahmen als ihnen ihre Bürgerrechte genommen wurden und der Staat sich radikalisiert hat..."

Was sind wir bitte schön heute? Eine überwiegende Generation von Duckmäusern die trotz der Informationen nichts unternehmen.

Aktionen wie gegen Occupy sind nur logistisch durchführbar solange es eine Minderheit ist. Die Anzahl an Polizisten in einem Land, gemessen gegen die Anzahl der Bevölkerung ist verschwindend gering. Im Falle eines wirklichen Massenprotests wäre jegliche Intervention der Polizei zwecklos. Es gibt immer einige die gegen die Bequemlichkeit der Anpassung resistent sind, wenn sich um sie herum alles auflöst wofür Generationen vor uns gekämpft und viele ihr Leben gelassen haben.

Die Nachrichten in letzter Zeit zeigen deutlich die Richtung, die das System eingeschlagen hat. Die Parallelen der Geschichte vor nicht ganz 100 Jahren zeichnet sich so deutlich ab, dass vorzeitiges Handeln notwendig wird. Man demonstriert nicht mehr, um seinen Lohn der logischen durch Staatsschulden ausgelösten Inflation anzugleichen. Man demonstriert heute um noch in ein paar Jahren das Recht auf eine selbstbestimmte Meinung zu haben. Damit...

  • Privatsphäre nicht nur zu einer Worthülse verfällt wie Demokratie.
  • es mehr Meinungen gibt wie die "politisch korrekte". 
  • die Polizei zum Schutz der Bevölkerung arbeitet und nicht zum Schutz des maroden Gier-Systems.
  • Bildung und Wissenschaft offen gelehrt wird und nicht zu Propagandazwecken und Lobbyarbeit missbraucht.
  • die Mehrheit der Bürger über Sinn und Zweck der Gesetze abstimmen kann und nicht eine Handvoll Weltkonzerne.
  • Gesetze von Fachleuten entwickelt und normalverständlich verfasst und erklärt werden, bevor sie vorgeschlagen werden.
  • lebenswichtige Ressourcen nicht vollends privatisiert werden und man in zwanzig Jahren Arbeitssklave für Miete und Wasser wird.
  • ein Schutz vor Massenexperimenten wie genetisch veränderte Lebensmittel eingeführt wird.
  • wir nicht in den nächsten Weltkrieg rennen wie die Lemminge und uns von unseren Enkeln die gleichen Vorwürfe anhören müssen! 

Die Überschrift ist mit zivilem Widerstand betitelt und bewusst nicht mit Ungehorsam. Denn Ungehorsam setzt immer voraus, dass man die gegebene staatliche Ordnung noch akzeptiert, nur partiell dagegen verstößt in Punkten die einem zuwiderlaufen.

Die parlamentarische Demokratie ist so demokratisch, wie die Nationalsozialistische Arbeiterpartei sozial war. Das Volk wählt Vertreter die selbst von Ihrer "Arbeit" behaupten, dass die die gewählt werden - nichts zu entscheiden haben und die die etwas zu entscheiden haben, nicht gewählt werden...

 
Politiker haben außerdem keine Grundvorraussetzungen zu erfüllen. Jeder noch so einfältige (Orwellsches Neusprech: Minijob bzw. die ehrlichere alte Bezeichnung geringfügige Beschäftigung) wird ausgeschrieben mit Vorraussetzungen, die die Bewerberin / der Bewerber mitbringen soll. Minister/in kann man ohne jegliche fachspezifische Qualifikation werden.

Wenn die "Volksvertreter" ihre Staubsauger-Vertreter ähnlichen "Versprechen" gelogen und verbreitet haben, ist nach der Wahl die Bühne eröffnet. Es wird so getan als ob man eine eigene Meinung vertritt , während man in der kleinen Runde gerne zugibt wie souverän das ganze abläuft...



Allerdings sehe ich genau hier die Chance zum aufwachen der Masse. Die Einschränkungen der letzten Tage stinken zum Himmel. Wenn Parlamentariern das Rederecht entzogen wird, sollen sie auf Kurs geprügelt werden. Die Gesetze unserer krisengeschüttelten Zeit sind allesamt für und von der Hochfinanz geschrieben worden. Die Gesetzesvorlagen in Brüssel funktionieren nach dem gleichen Schemata...



Nachdem wir nun die Auswirkungen spüren, die eintreten wenn man auf ganzer Linie den Bock zum Gärtner macht, ist ziviler Widerstand der nächste logische Schritt.

Welche Methoden des zivilen Widerstands funktionieren: 

  • Steuerboykott - Gesetzlich einfach durchführbar indem man sich arbeitslos meldet (keine Straftat) und möglichst viel selbst erzeugt: Strom über Solaranlagen, Obst und Gemüse aus eigenem Anbau, sofern dies möglich ist (Selbstversorgung in der Stadt ist wenig bis nicht durchführbar)
  • Demonstrationen - Es sollten große Gruppen sich zusammen schließen die konkrete Wünsche haben wofür sie demonstrieren. Nur dagegen zu sein ohne eine Lösung parat zu haben ist wenig erfolgsversprechend. 
  • Schutz vor polizeilichen Übergriffen. Bei Übergriffen auf friedliche Demonstranten einen Angriffswall bilden. Die vordere Reihe braucht Gasmasken mit Filtern, schwarze Sprühdosen, lange Kabelbinder und Pfefferspray. Mit den Spraydosen die Schilder und Helme undurchsichtig machen. Sowie die Einsatzkräfte die Helme ausziehen, das Pfefferspray einsetzen, danach mit Kabelbindern an Füßen und armen fesseln, auf den Bauch legen und die hinter dem Rücken zusammengebundenen Arme mit den verbundenen Beinen ebenfalls verbinden. Danach IN RUHE LASSEN! Der wichtigste Grundsatz muss darin bestehen, dass es sich um Selbstverteidigung handelt. Gewaltmotivierte Übergriffe führen zu einem Schusswechsel! 
  • Nachdem dieser Schutzwall den inneren Kern (Kinder, ältere und Schwache) beschützt hat, wird sofort wieder die alte Haltung eingenommen. Absolut friedlich! Die einzige Möglichkeit diesen Irrsinn zu stoppen liegt in der Bekehrung des Gegners. Polizisten muss immer die Möglichkeit gegeben werden, ihre Uniformen auszuziehen und sich dem Volk anzuschließen. 
  • Jeder muss darauf achten, dass die Bewegung nicht zu einem Putsch und zum nutzlosen Austausch der Tyrannen wird. Deswegen ist es notwendig, die Regeln die durchgesetzt werden sollen, vorher im Konsens genauestens zu klären. 
Auch wenn ich diese Anleitung jetzt noch für ein paar wenige schreibe, wird sich das in nächster Zeit drastisch ändern. Die Gesetze gegen das eigene Volk werden härter und das Säbelrasseln lauter. Die Gefühlte Freiheit schrumpft und die Meinungsäußerung wird zum Tatbestand. Wem es ein Trost ist das er nach dem Gesetz handelt, schaue bitte hier und hier



Freitag, 13. April 2012

Problem ~ Chance

In der Chinesischen Schreibweise leitet sich Problem vom selben Zeichen ab wie Chance. Dies ist ein interessanter Ansatz der Denkweise.

Im Okzident geht man bei Problemen immer erst auf die Suche. Die Suche wird erst dann eingestellt wenn ein Schuldiger gefunden wurde. Ob diese Person oder Gruppe nun tatsächlich der Auslöser war oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es muss nur nach unserem Hegelschen-Weltbild durch schlüssige Faktenlage klar stehen und beweisbar sein, wenn auch nur durch Indizien. Die Daoistische-Denkweise begnügt sich damit, die Chance zu nutzen, um aus dem Hindernis eine Leiter werden zu lassen.Die Schuldigen lässt man wegen Gesichtsverlust in Ruhe.

Denn unser Vorgehen hat mehrere Nachteile kombiniert:
  • Man kümmert sich wesentlich später um das anstehende Problem
  • Die Rüge und der einhergehende Gesichtsverlust des Problem-Verurachers kostet Energie die in die Lösung gesteckt werden könnte.
  • Die Beteiligten vertrauen nicht mehr dem/den Verursachern.
  • Der/die Verursacher haben Selbstzweifel und sind in ähnlichen Situationen noch inkompetenter. 

Das sollte beachtet werden, wenn zu laut nach radikalen Lösungen geschrien wird. Dabei handelt es sich all zu oft nur um Strategien gegen die Problem-Verursacher. Das eigentliche Problem wurde mit wenig oder keiner Energie bedacht. Das führt unweigerlich zu den gleichen Problemen mit anderen Protagonisten. 

Menschen können nur wachsen wenn man Ihnen den Rahmen dazu bietet. Wir drehen uns in einem Hamsterrad aus fataler Konkurrenz, Gier und Neid. Diejenigen die das System so konzipiert haben sind die "Schuldigen". Die Lösung besteht aber nicht darin die Schuldigen in unserer Gier nach Rache und Freiheit, auszuradieren. Damit ist keinem geholfen, da mit dem gleichen Vorgehen die Probleme erneut kommen. 

Es würden die radikalsten Schlächter zu Führungspersönlichkeiten werden und weiter Tyrannei ausüben. Die Chance liegt nun darin dies zu erkennen und Ansätze zusammen zu entwickeln, die einen gemeinsamen Konsens beinhalten. Solange der Hamster im vollen Lauf ist, wird er nicht aus dem Rad kommen. Er muss erst langsamer werden. Das ist in diesem Fall ähnlich. 

Verlangsamen, zusammenfinden, Problem (nicht Verursacher!) lösen und neu anfangen. Darin liegt unsere Chance! 

Donnerstag, 12. April 2012

Totschlagargumente

Die Blogger Deutschlands tippen sich Ihre Finger zu Stummeln. Der Ball der Ablenkung für den Hund namens Masse ist wieder geworfen. Diesmal heißt er Günter Grass.

Das Gute an dem affigen Verhalten der Medien, ist der kollektive Aufschrei. Viele Deutsche arbeiten gerne mit Stempeln. Es ist ja auch ein ordentliches Volk, mit geordneten Schubladen im Kopf und einem Tabu Stempel für alles was nicht gedacht werden soll. Die Tabu-Stempel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Man kann sie vielseitig verwenden. Entweder als Blindmacher für Offensichtliches: Wie bei dem Generalverdacht fürs Volk (Vorratsdatenspeicherung) der als Anti-Kinderporno Gesetz getarnt wurde. Damit sind gleich alle Kritiker pädophil und keiner traut sich ein Wort zu sagen, um nicht in der unmenschlichsten aller Schubladen zu verschwinden.

Der unmenschlichsten? Moment, es gibt doch noch einen härteren Stempel für die ungeliebten Kritiker: Der Antisemitismus-Stempel. Wer diesen auf die Stirn gedrückt bekommt, ist sozial schlimmer gebrandmarkt als ein Pädophiler. Mit einer Vorliebe für Kinder kann man immer noch Theologie studieren und weit kommen. Als Antisemit ist man in den westlichen Breitengraden eine "persona non grata". Das Vorgehen der israelischen Regierung und all Ihrer kritiklosen Befürworter ist schlicht Kriegstreiberei. Wenn nun dieses Vorgehen angeprangert wird, oder die kostenlose Lieferung von deutschen U-Booten in ein Krisengebiet, dann wird der Stempel raus geholt.

Dementsprechend mache ich dies nun offiziell auch. Egal wer mich nun kritisiert ob berechtigt oder unberechtigt, ist ein Misanthrop. Diesen Menschenfeinden sollte man keinen Glauben schenken. Alle Ihre Kritiken sind wertlos und sie nutzen ihre Intelligenz nur für ihren Hass. Sie haben definitiv schon einmal etwas unmoralisches getan und sind somit nicht in der Lage den ersten Stein zu werfen. Vorsicht vor den intelligenten Misanthropen, sie sind meistens älteren Semesters und verstecken Ihre Hasspropaganda in offener Kritik.

Kommt der Irrsinn noch an, oder ist er schon so normal geworden, dass Niemand mehr die Tragweite dieser absurden Strategie durchschaut?

Wer mit einem Tabu-Stempel hantiert, dementiert die Diskussion von Grund auf. Der Gegenstand der Kritik wird versteckt hinter einem Schleier der Verleumdung des Kritikers. Der Kritiker wird zum Gegenstand der Diskussion und die Fakten außer Acht gelassen.

Los, hol den Ball!

Mittwoch, 11. April 2012

Umverteilung: Von hungrig nach gierig

Statussysteme wie unser Monopoly-Kapitalismus können nur funktionieren wenn für die Gier einiger wenige die Masse hungert. Sie fühlen sich vielleicht nicht angesprochen. Das mag daran liegen, dass Sie werter Leser, werte Leserin, nicht aus einem Drittweltland kommen. Die überwiegende Menschheit lebt in China, Indien, Afrika und Südamerika unter Lebensumständen in denen die meisten Luxuseuropäer Selbstmord begehen würden. Wohlgemerkt, die meisten. Denn während die Schere von hungrig nach gierig auseinander klafft, entstehen Drittweltlandflächen inmitten der G8. Was in den USA seit langem Tradition hat, wird auch in Europa heimisch. Die Masse verarmt und fördert damit die Dekadenz der 1%.

Dies geschieht in mehreren Schritten. Man erzeugt erst einmal eine Pseudo-Religion in der die Auserwählten von Gott in Form von Geld und Luxus belohnt werden. Dies muss nun durch alle Medien dem zu verarmenden Volk eingetrichtert werden. Wenn die Programmierung sitzt und der Protest gegen unfaire Verhältnisse als Neid gebrandmarkt wird, hat man dieses Ziel erreicht.

Verwirrung hilft bei diesem "Masse ärger Dich nicht Spiel" hervorragend.   Dies geschieht durch ganz viele Faktoren gleichzeitig.

Zu erst muss man die Weisheit Cäsars "Divide et impera" | "teile und herrsche" umsetzen. Schließlich haben sich die Tyrannen über Jahrtausende Gedanken gemacht wie man auf Kosten anderer lebt. Das geht auch ganz simpel. Man erschafft Gruppen mit fest definierten Feindbildern und Rollenklischees. Skater hassen Rentner, Rentner hassen Yuppies, Yuppies hassen Hartzler,  Hartzler hassen Politiker, Politiker hassen die Wahrheit... und so geht das Spiel reihum.
Beachte: Je kleiner die entstandenen Gruppen sind desto besser. Je weniger ist das Volk im Ganzen eine Gefahr, weil es sich gegenseitig in Schach hält und desto besser für die Wirtschaft. Die vorgefertigten Rollenbilder können dann mit Konsummustern belegt werden. Damit sichert man sich permanente Gewinne und die Gruppen sind von außen leichter zu erkennen.

Nächster Baustein der Verwirrung: Schaffe Chaos in Deinem System. Bürokratie muss zu einem undurchsichtigen Labyrinth ausgebaut werden. Für die einfachsten Dinge sollte man teure Fachkräfte zu Rat ziehen müssen. Gut für die Wirtschaft aber noch besser für die Gierigen die sich die Fachkräfte leisten können. Fehler in diesen Systemen sind teuer und helfen dabei die Hamster im Rad zu halten. Das schützt auch ungemein das Monopoly System selbst. Die Kritik am System wird erschwert und im besten Fall unmöglich. Vorsicht! Das darf nie nach Außen ersichtlich sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es muss immer für die Gruppen oder Einzelpersonen, die Systemkritik mit den Mitteln des Systems üben, so aussehen als ob sie einfach falsch vorgegangen sind. Oder noch besser, als ob sie wirklich Unrecht haben.

Der eingebaute Fehler im System. Damit das Monopoly Spiel Spaß macht, darf zuletzt nur einer übrig bleiben. Dies erreicht man durch ein exponentiell ansteigendes Gier- bzw. Geldsystem. In diesem versteckt liegt der mathematische Fehler: Der Zinseszins. Durch die permanente Verdopplung die rasant ansteigt und Alles mit sich zieht wird die Umverteilung in Gang gesetzt. Die Wohlhabenden leben von den Zinsen die Ihnen die Mehrheit bezahlt. Während die Mehrheit Staatsschulden auferlegt bekommt, die sie durch Steuergelder ausgleichen muss.

Nun kommt der Houdini Trick. Wie lässt man einen Krieg äh Elefanten verschwinden, inmitten einer Masse? Man lenkt die Aufmerksamkeit aller auf etwas anderes. Alle Kriegstreibereien sind auch wichtig für das Bruttosozialprodukt. Irgendwo müssen die Bomben ja hin. Schließlich könnte das Mindesthaltbarkeitsdatum ablaufen. Deswegen muss man Grundsätzlich Kriege verschweigen oder einfach plump und unlogisch als alternativlos oder noch besser als Rache bzw. Vergeltungsschlag verkaufen.

Wie erschafft man nun einen Feind und macht das gespaltete Volk wieder einig, patriotisch und idiotisch genug um dem zuzustimmen?

Propaganda! Das Rezept ist schon etwas schwieriger anzurühren. Es besteht überwiegend aus der Schlacke "Angstmache" die zu Lähmung der Gehirnmasse führt. Die Gewürze machen die Wirksamkeit aus. Konditionierung auf Schlüsselsignale (Bart, trinkt kein Alkohol, Ausländer, etc.) müssen sofort ein Unwohlsein auslösen. Kein Unwohlsein wie nach dem 3 Sixpack Bier. Nein, ein Unwohlsein wie ein Siebenjähriger der am gleichen Abend, SAW, Texas Chainsaw Massacre und The Hills have Eyes in 3D und Dolby Pro Logic sieht. Nun würzt man noch ein wenig Machtlosigkeit hinein und fertig ist das Abnickvolk.

Wenn wir richtig gute Tyrannen werden wollen, müssen wir unbedingt den Kern der Ausbeutung von Onkel Cäsar beachten: Panem et circenses | Brot und Spiele. Damit die Masse auch ja nicht aus Langeweile zu genau darauf achtet wie die 1% lebt und was sie dafür tut, muss sie unterhalten und noch wichtiger gerade satt gehalten werden. Hier liegt der Knackpunkt den die meisten Jungtyrannen unserer Zeit nicht mehr verstehen. Natürlich versorgen sie uns mit Spielen und verblöden uns mit Infotainment. Der Großteil wird auch mit Beruhigungsmitteln vollgestopftem Fleisch gefügig gehalten. Der kleine Kreis der Hungernden wächst aber beständig. Damit wächst auch die Unzufriedenheit und die konditionierten, müden Augen werden wacher und zahlreicher. Die bringen schnell Ungleichgewicht in die Seifenblasenwelt und lassen die Schäfchen Träume der zufriedenen Konsumenten platzen. So entstehen schnell Kettenreaktionen. Viel zu schwer um sie zu kontrollieren. Was vielleicht der Witz an den Tyrannen der heutigen Zeit ist...

Vielleicht spielen sie einfach auf einem höheren Level.

Das Gameover ist das Synchronschwimmen der Nuke Knopf Drücker.